Nach der Premiere Götterdämmerung verlinken wir hier im Ring-Blog auf die Online-Kritiken und dokumentieren Auszüge der gedruckten Rezensionen.
Deister- und Weserzeitung (DeWeZet), 14.06.11
http://www.dewezet.de/portal/kultur/lokale-kultur_Wenn%27s-den-Goettern-endlich-daemmert-_arid,342013.html (Richard Peter)
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 14.06.11
http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Theater/An-der-Staatsoper-Hannover-darf-Siegfried-auch-Supermann-sein (Stefan Arndt)
Mindener Tageblatt, 15.06.11
http://www.mt-online.de/lokales/kultur/4607568_Bilderreigen_fehlt_der_rote_Faden.html (Christian Helming)
NDR 1 Niedersachsen, Kulturspiegel, 14.06.11, 20.05 Uhr
„Am Ende des fünfeinhalbstündigen Theaterereignisses steht die ‘Urmutter’ Erda − eine unbekleidete alte Frau − am Bühnenrand und blickt minutenlang ins Publikum. Sie hat kurz vor Brünnhildes Tod den fluchbeladenen Ring erhalten − was so viel bedeutet wie: das Unheil ist in der Welt, gehört zu ihrem Schöpfungs-Mythos. Ein engagierter Schlusspunkt in der Regiearbeit Koskys − mit starken politischen Momenten und den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts.“
(Volkard App)
>> Nachzuhören in der NDR Mediathek, Download der gesamten Sendung unter http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast3048/AU-20110615-1037-3101.mp3 (Beitrag über die Götterdämmerung ab 1′20”)
Neue Presse, 14.06.11
„Mit einer in jeder Hinsicht fantastischen Götterdämmerung hat Hannovers Oper Richard Wagners Riesenwerk komplett gemacht. Siegfried als Superman, die Rheintöchter als Revue-Girls, die Opernbühne voller feiernder Hooligans, poppende Judenkarikaturen, ein bisschen Twin Peaks und ein Weltuntergang, bei dem der Letzte einfach das Licht ausknipst – Hannovers Ring des Nibelungen hat sich mit einer ebenso bildmächtigen wie anspielungsreichen Götterdämmerung gerundet – zu einem der interessantesten Ringe der Republik. Regisseur Barrie Koskys Erfolgsrezept: die Wiedergeburt Wagners mit allen Mitteln der Unterhaltungsindustrie, des Broadway, Hollywoods und eben auch des Comics. Und das konsequent und bis an die Schmerzgrenze. [...] Das alles ist natürlich nicht so ganz, was der Wagnerianer sich von seiner Götterdämmerung erwartet – insofern gabs einen Buh-Sturm wie zu besten Puhlmann-Zeiten, der dem Regieteam die Hemden nach hinten blies. Die andere Hälfte des Publikums war restlos begeistert – auch von den stimmlichen und orchestralen Leistungen.“
(Henning Queren)
Online Musik Magazin, 17.06.11
http://www.omm.de/veranstaltungen/musiktheater20102011/H-goetterdaemmerung.html (Bernd Stopka)
opernnetz.de, 18.06.11
http://www.opernnetz.de/seiten/rezensionen/han_goet_sch_120611.htm (Christian Schütte)
Weser-Kurier, 14.06.11
„Geschafft. Mit der Premiere der Götterdämmerung hat die Staatsoper Hannover das größte Projekt bewältigt, das ein Opernhaus realisieren kann: Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen. Auch wenn man sich an manchen Ergebnissen reiben kann, besitzt diese Produktion ihre Meriten. Und wird vor allem sehr gut musiziert. [...]
Stärker als in den ersten Ring-Teilen setzt Kosky einzelne Bilder und Gedanken nebeneinander und betont damit die werkimmanenten Brüche statt die komplexen Vorgänge einem übergeordneten Konzept unterzuordnen. Freilich begegnen uns als optische Leitmotive gute alte Bekannte wieder: die Rheintöchter als Revuegirls, Siegfried als lächerlicher Superman, die nackte Erda und weitere Figuren, Gedanken sowie Bühnenbildelemente. [...]
Der womöglich stärkste Teil des gesamten Rings findet sich im zweiten Akt der Götterdämmerung. Unterstützt von seinen kahlköpfigen, brutalen Mannen (der Frauenchor wurde wohl der Wirkung halber geopfert) arrangiert Hagen das Geschehen und verschließt nach gelungener Intrige alle Personen in einen überdimensionalen, schrankartigen Karton. Kosky hat diesen Akt (trotz der anfänglichen Judenszene) bestechend, dabei durchaus provokant durchchoreographiert.
[... Das Niedersächsische Staatsorchester] beglückte im dritten Akt mit der vollen Kraft des schweren Blechs bei zugleich sauberer und, wenn gefordert, weicher Intonationen. Mit dieser Einstudierung wird man GMD Wolfgang Bozic, der nach fünf Jahren seine letzte Premiere in Hannover geleitet hat, bestens in Erinnerung behalten.“
(Markus Wilks)
ring-blog.de






