Der aus Wien stammende Cocker-Spaniel Blumfeld, von Freunden und Verehrer(inne)n „Blumi“ genannt, ist der ständige Begleiter von Regisseur Barrie Kosky. Regiearbeiten führten die beiden unter anderem an die Opernhäuser von Bremen, Essen, Berlin (Komische Oper), Basel und Hannover. So gilt Blumfeld seit einigen Jahren nicht nur in Hundekreisen als Spezialist auf dem Gebiet der Oper. Exklusiv für www.ring-blog.de schreibt er die Kolumne „Blumis Ring“, in der er von seinen Erfahrungen im Zusammenhang mit den Proben zu Hannovers neuem Ring berichtet.
Wuff! Konzeptionsgespräch zum neuen Ring in Hannover. Schöne Stadt, dieses Hannover! Kenn ich ja schon. Hab ja hier schon zweimal mit Herrchen gearbeitet. Gibt’n paar hübsche Grünanlagen. Und auch einige hübsche Hundedamen, wuff! Aber zurück zum Ring. Den kenn ich zwar noch nicht, aber mit diesem Wagner hab ich schon viiiieeeeel Erfahrung: Lohengrin hab ich schon gemacht (in meiner Heimatstadt Wien), den Fliegenden Holländer (obwohl ich nicht genau weiß, warum der so heißt, denn geflogen ist der in unserer Inszenierung nie!) und diese Liebesgeschichte da, wart mal, ja genau: Tristan und Isolde. Ganz ehrlich: Das war mir manchmal dann doch’n bisschen zu lang. Da hab ich während der Proben schon hin und wieder ein kurzes Nickerchen eingelegt. Kann ich aber nur empfehlen: Es schläft sich hervorragend zu Tristan und Isolde! (Einmal hab ich allerdings geschnarcht. Wie peinlich!). Aber eins hab ich kapiert: Liebe ist bei den Menschen oft ne langwierige Geschichte. Nicht so wie bei uns Hunden. Wenn mir ein kesses Pfötchen gefällt, fackel ich nicht lange!
Aber wenn Ihr denkt, Tristan und Isolde sei lang, dann wartet erst mal auf den Ring! Der geht so lang, dass ihn der Komponist vorsichtshalber in vier Teile zerschnitten hat, damit man ihn in verdaubaren Portionen zu sich nehmen kann. Aber selbst diese vier Teile sind länger, als so ne gewöhnliche Oper dauert. Na ja, der erste Teil, mit dem wir jetzt begonnen haben, Das Rheingold heißt er, geht noch: zweieinhalb Stunden dauert der. Aber dafür ohne Pause! Ist mir sowieso unverständlich, wie lange die Menschen das manchmal aushalten, ohne Pippi zu machen!
Die Sänger und Sängerinnen freuen sich offensichtlich alle auf diese neue Arbeit. Beim Konzeptionsgespräch waren alle ganz fröhlich und aufgeregt, es wurde viel gelacht. Und ich hab ganz viele Streicheleinheiten bekommen. Hmmm! Was die allerdings noch nicht wissen: Herrchen hat mir gesagt, dass ich vielleicht das Pferd Grane spielen darf. Das tritt aber erst im zweiten Teil auf. Aber ich hab schon mal angefangen, wiehern zu üben: „Wihihihihiwuff!“ … Na ja, ich hab ja noch’n bisschen Zeit …