Oktober 2009



Fotos vom Konzeptionsgespräch

Konzeptionsgespräch Rheingold (1)

Am 28. September fand auf der Probebühne 2 des Opernhauses das Konzeptionsgespräch zu Das Rheingold statt. Regisseur Barrie Kosky, Bühnenbildner Klaus Grünberg und Kostümbildner Klaus Bruns stellten ihr Konzept vor. Anwesend waren über 50 Kolleginnen und Kollegen, vom Sängerensemble über Beleuchtung, Betriebsdirektion, Bühnentechnik, Kostüm, Maske und die musikalische Abteilung bis zur Theaterpädagogik. Intendant Dr. Michael Klügl begrüßte Barrie Kosky als „derzeit wichtigsten Regisseur bei uns am Haus“ und blickte bereits auf das Ziel der sechswöchigen Probenarbeit:  „Ich freue mich auf den Moment, wenn der Vorhang im Rheingold hochgeht.“

Fotos: Thomas M. Jauk, stage picture



6 Fragen an Khatuna Mikaberidze

Khatuna MikaberidzeKhatuna Mikaberidze (Fricka) nahm bereits als Brangäne (Tristan und Isolde) am Meininger Theater und als Venus im Tannhäuser an der Staatsoper Hannover Tuchfühlung mit Richard Wagner auf.

1) Wie würdest Du Deine Beziehung zu Richard Wagner beschreiben?
Vor allem Respekt und Bewunderung.

2) Wie würdest Du die Handlung vom Ring in zwei Sätzen umreißen?
Seitdem Alberich der Natur ihre Unschuld (das Rheingold) geraubt hat, zerbricht die Welt in den Konflikt zwischen Macht/Geld und Liebe. Ein Fluch, der immer weitere katastrophale Verstrickungen verursacht, die schließlich nur durch ein großes menschliches Opfer gelöst werden können.

3) Wer ist für Dich die spannendste Figur im ganzen Zyklus?
Musikalisch, ganz subjektiv gesehen: Sieglinde. Als Figur: Wotan in Die Walküre.

4) Und wer ist der/die Unsympathischste? Und warum?
Alberich. Die unappetitlichste Form von Gier.

5) Deine Lieblingstextstelle?
6) Und Dein Lieblings-Leitmotiv?

Für Frage 5 und 6 eine Antwort: Wotans Abschied, Ende Walküre. „Der Augen leuchtendes Paar, das oft ich lächelnd gekost…“ Streng genommen mehr als ein Leitmotiv. Eine sehr innige Verbindung von Schmerz und Schönheit.



Worte der Woche (2)

Das Rheingold
Erste Szene

Auf dem Grunde des Rheines.

Alberich
Garstig glatter glitschriger Glimmer!
Wie gleit’ ich aus!
Mit Händen und Füssen
nicht fasse noch halt’ ich das schlecke Geschlüpfer!
Feuchtes Nass füllt mir die Nase:
verfluchtes Niesen!



Mein Ring: GMD Wolfgang Bozic

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Wolfgang Bozic, in Graz geboren, ist seit 2006 Generalmusikdirektor der Staatsoper Hannover. Er studierte in seiner Heimatstadt, in Salzburg und Rom. Von 1975 bis 2001 war Bozic der Grazer Oper als Erster Dirigent verbunden, 2002 bis 2004 war er an der Volksoper Wien engagiert. Operndirigate führte ihn u.a. nach Hamburg, Berlin, Riga, Verona und Triest. Wolfgang Bozic ist ein erfahrener Wagner-Dirigent. In Hannover dirigierte er bisher Tannhäuser.

Dass die Wagnersche Musik einen in den Bann ziehen kann, erfuhr ich schon als kleiner, klavierbegeisterter Bub auf der Galerie der Grazer Oper. Vom Text blieb mir damals nicht viel mehr als das allbekannte „Wagalaweia“ oder „Hojotoho“ im Ohr.

Später staunte ich über Satzungetüme, die auch auf sprachlicher Ebene ein eigenes Universum erschließen: „Nichts lerntest du, / wollt’ ich dich lehren, / was nie du erkennen kannst, / eh’ dir ertagte die Tat.“ (Wotan, Die Walküre, 2. Aufzug)

Dass man sich aber sogar im Alltag durchaus mit Gewinn auf Wagners lebenspraktischen Verstand berufen kann, entdeckte ich zuletzt. Dabei ist die Perle im Zitatenschatz sicher Siegfrieds kurzer und bündiger Satz „Dir zu helfen, ruh ich aus.“ (Götterdämmerung, 2. Aufzug) , den Wagner ihm mit der leisen Ironie des Schöpfers auf den Weg gegeben hat. Wagner wusste eben: Auch ein Held will nicht immer im Weg stehen!

Wolfgang Bozic
Generalmusikdirektor



Blumis Ring (1)

BlumfeldDer aus Wien stammende Cocker-Spaniel Blumfeld, von Freunden und Verehrer(inne)n „Blumi“ genannt, ist der ständige Begleiter von Regisseur Barrie Kosky. Regiearbeiten führten die beiden unter anderem an die Opernhäuser von Bremen, Essen, Berlin (Komische Oper), Basel und Hannover. So gilt Blumfeld seit einigen Jahren nicht nur in Hundekreisen als Spezialist auf dem Gebiet der Oper. Exklusiv für www.ring-blog.de schreibt er die Kolumne „Blumis Ring“, in der er von seinen Erfahrungen im Zusammenhang mit den Proben zu Hannovers neuem Ring berichtet.

Wuff! Konzeptionsgespräch zum neuen Ring in Hannover. Schöne Stadt, dieses Hannover! Kenn ich ja schon. Hab ja hier schon zweimal mit Herrchen  gearbeitet. Gibt’n paar hübsche Grünanlagen. Und auch einige hübsche Hundedamen, wuff! Aber zurück zum Ring. Den kenn ich zwar noch nicht, aber mit diesem Wagner hab ich schon viiiieeeeel Erfahrung: Lohengrin hab ich schon gemacht (in meiner Heimatstadt Wien), den Fliegenden Holländer (obwohl ich nicht genau weiß, warum der so heißt, denn geflogen ist der in unserer Inszenierung nie!) und diese Liebesgeschichte da, wart mal, ja genau: Tristan und Isolde. Ganz ehrlich: Das war mir manchmal dann doch’n bisschen zu lang. Da hab ich während der Proben schon hin und wieder ein kurzes Nickerchen eingelegt. Kann ich aber nur empfehlen: Es schläft sich hervorragend zu Tristan und Isolde! (Einmal hab ich allerdings geschnarcht. Wie peinlich!). Aber eins hab ich kapiert: Liebe ist bei den Menschen oft ne langwierige Geschichte. Nicht so wie bei uns Hunden. Wenn mir ein kesses Pfötchen gefällt, fackel ich nicht lange!

Aber wenn Ihr denkt, Tristan und Isolde sei lang, dann wartet erst mal auf den Ring! Der geht so lang, dass ihn der Komponist vorsichtshalber in vier Teile zerschnitten hat, damit man ihn in verdaubaren Portionen zu sich nehmen kann. Aber selbst diese vier Teile sind länger, als so ne gewöhnliche Oper dauert. Na ja, der erste Teil, mit dem wir jetzt begonnen haben, Das Rheingold heißt er, geht noch: zweieinhalb Stunden dauert der. Aber dafür ohne Pause! Ist mir sowieso unverständlich, wie lange die Menschen das manchmal aushalten, ohne Pippi zu machen!

Die Sänger und Sängerinnen freuen sich offensichtlich alle auf diese neue Arbeit. Beim Konzeptionsgespräch waren alle ganz fröhlich und aufgeregt, es wurde viel gelacht. Und ich hab ganz viele Streicheleinheiten bekommen. Hmmm! Was die allerdings noch nicht wissen: Herrchen hat mir gesagt, dass ich vielleicht das Pferd Grane spielen darf. Das tritt aber erst im zweiten Teil auf. Aber ich hab schon mal angefangen, wiehern zu üben: „Wihihihihiwuff!“ … Na ja, ich hab ja noch’n bisschen Zeit …