Siegfried
Zweiter Aufzug, Dritte Szene
Fafner (lacht)
Trinken wollt’ ich:
Nun treff’ ich auch Fraß!
(er öffnet seinen Rachen und zeigt die Zähne)
Siegfried
Eine zierliche Fresse
Zeigst du mir da:
Lachende Zähne
Im Leckermaul!

Siegfried
Zweiter Aufzug, Dritte Szene
Fafner (lacht)
Trinken wollt’ ich:
Nun treff’ ich auch Fraß!
(er öffnet seinen Rachen und zeigt die Zähne)
Siegfried
Eine zierliche Fresse
Zeigst du mir da:
Lachende Zähne
Im Leckermaul!

Während gestern mit dem Konzeptionsgespräch zur Götterdämmerung die Proben zum vierten und letzten Teil von Wagners Tetralogie an der Staatsoper Hannover begonnen haben, möchten wir Ihnen schon einen Ausblick auf zyklische Aufführungen des Rings in Hannover geben:
Nach der Premiere der Götterdämmerung finden die vier Aufführungen am 24., 26., 30. Juni und 3. Juli 2011 statt. Für die vier Vorstellungen gibt es ein »Ring-Abo« mit ca. 20% Rabatt auf den Kassenpreis. Erhältlich an den Kassen der Niedersächsischen Staatstheater Hannover und unter Tel. 0511/9999-1111.
Auch für die kommende Saison wurde bereits eine zyklische Aufführung angekündigt: für den 14., 17, 21. und 24. Juni 2012. Auch dieser Zyklus wird im Abo buchbar sein; der Vorverkauf beginnt am 15. August 2011.

Ania Vegry, die heute Abend zum ersten Mal als Waldvogel in Siegfried zu erleben sein wird, hat nach eigenem Bekunden „als junger, schlanker Sopran noch nicht so wahnsinnig viel Wagnererfahrungen vorzuweisen“. In Hannover hat sie im Tannhäuser den Hirten gesungen und wird in der nächsten Spielzeit in der Götterdämmerung als Woglinde zu erleben sein. Im Studium hat sie schon die Woglinde aus dem Rheingold gesungen. Außerdem war sie als Stipendiatin in Bayreuth, wo sie den Fliegenden Holländer, Tristan und Isolde und Parsifal gesehen hat, wovon „der Tristan mit Nina Stemme das absolute Highlight war! Am Schluss bebte der Saal, weil die Leute einfach nicht aufhören konnten zu klatschen; mir dröhnte bereits nach der Ouvertüre der Kopf, da Wagners Musik und Tristan im Speziellen einen drogenähnlichen Effekt bei mir verursachen – ich kann nicht umhin, mich dem Sog der Musik hinzugeben, was zur Folge hat, dass ich im Anschluss an eine Aufführung noch eine ganze Weile lang neben mir stehe. Das passiert allerdings nur, wenn ich zuhöre, nicht, wenn ich selber singe!“
1) Wie würdest Du Deine Beziehung zu Richard Wagner beschreiben?
Ambivalent! Einer natürlichen, nicht begründbaren Abneigung steht eine starke Faszination gegenüber, der man sich (oder besser gesagt: ich mich) tatsächlich nicht entziehen kann. Ich muss aber dazu sagen, dass ich Tristan und Isolde viel lieber mag als den Ring.
2) Wie würdest Du die Handlung vom Ring in zwei Sätzen umreißen?
In zwei Sätzen? Unmöglich! :-) Machtgier, Fleischeslust, Dummheit und allerhand Täuschungen stürzen alle Beteiligten ins Unglück (das klingt jetzt etwas platt, aber herunterreduziert ist das wohl oder übel so, nicht wahr?) – Man könnte auch sagen: Wenn sich doch bloß eine hübsche Zwergin bereit erklärt hätte, den unglücklichen und vereinsamten Alberich zu freien, dann wäre uns aller Ärger erspart geblieben. ;-) Daraus abgeleitet begründet sich also die gesamte Tragödie des Rings wohl auf männlicher Unzufriedenheit, was das eigene Leben und Wirken anbelangt … (*lach*)
3) Wer ist für Dich die spannendste Figur im ganzen Zyklus?
Erda. Sie hat so etwas Bedingungsloses an sich, etwas Passiv-zwingendes. Sie ist die Quelle.
4) Und wer ist der/die Unsympathischste? Und warum?
Wotan. Der hat etwas von einem Politiker unserer Tage, der erst etwas verspricht und es hinterher nicht einhält. Verachtungswürdig.
5) Deine Lieblingstextstelle?
„Garstig gleitender glitschiger Glimmer! Wie gleit ich aus!“ :-) Es gibt einige Stellen, die ganz lustig sind, aber so im Allgemeinen finde ich Wagners dichterische Fähigkeiten nicht so toll – diese ständigen Alliterationen gehen einem nach einiger Zeit gehörig auf den Wecker.
6) Und Dein Lieblings-Leitmotiv? Warum gerade das?
Es gibt viele, zwischen denen ich mich nicht wirklich entscheiden kann (noch dazu glaube ich, dass ich noch nicht einmal die Hälfte kenne); mir gefällt das Leitmotiv der „Liebesglut“ (da zerreißt es einem vor lauter Sehnsucht fast die Seele). Aber auch das Fafner-Leitmotiv ist so einfach wie genial – dieser herabfallende Tritonus, einsam (ohne den Bruder, der ergänzend nämlich eine Oktave ergeben würde) und böse (Tritoni klingen ja von Natur aus irgendwie unvollkommen und unheimlich).
Abschließend muss ich als Waldvogel natürlich feststellen, dass das „Waldwebe-Leitmotiv“ mir besonders am Herzen liegt, so frisch und luftig, dass man sich als Waldvogel einfach wie zu Hause fühlen muss! :-)

Ein Video über Siegfried finden Sie auf der Seite von Theater-TV: http://theater-tv.com/?link=staatsoper_hannover&video=siegfriedhan.flv.